Next Level: Immersion!

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Oft sind es nicht Worte oder Texte, sondern Bilder, die Entwicklungen in der Gesellschaft so verdichten, dass man sie plötzlich versteht. Deutlich wurde mir das vor einiger Zeit als der Geschäftsführer eines unserer Kunden mir gegenüber ein überraschendes Geständnis ablegte. „Ich habe die Macht der sozialen Medien erst begriffen als ich dieses Papst-Foto vom Petersplatz in Rom gesehen habe.“ Was er meinte, war ein Bild aus dem Jahr 2013, das zeigt, wie die Gläubigen ihre Smartphones und Tablets in die Luft halten, um den Moment der Verkündung des neuen Papstes zu dokumentieren.

Seit dem verwende ich dieses Motiv (wie viele andere Berater) gerne in Seminaren und Vorträgen, wenn es darum geht den gesellschaftlichen Wandel auf möglichst anschauliche Weise zu beschreiben: die Entwicklung weg von einer reinen Konsumenkultur, hin zu einer partizipativen Kultur. Egal ob Fake oder nicht – das Bild lässt keine Fragen offen, besonders dann, wenn man es dem Motiv aus dem Jahr 2005 gegenüberstellt, das den gleichen Moment acht Jahr zuvor, bei der Ernennung von Papst Benedikt XVI. zeigt.

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Quelle: Nerdcore

Heute ging ein Foto um die Welt, dem nicht nur ich eine ähnliche Bedeutung beimesse. Das Bild zeigt Hillary Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung im Kreis von Supportern und dokumentiert die Entstehung eines Massen-Selfies. Die Aufnahme verdeutlicht ein Phänomen, das wir bei vm-people mit großem Interesse verfolgen und für das wir den Begriff „Immersion“ verwenden. Immersion beschreibt ein intensives Erlebnis, bei dem Fans ihre Beobachterrolle verlassen und nicht mehr bloss dokumentieren, sondern stattdessen teilhaben und eintauchen in einen Moment beziehungsweisse Einswerden mit einer inszenierten Welt.

In den vergangenen Jahren haben wir vor allem im Rahmen unserer Kampagnen für Publikumsverlage viele Erfahrungen gesammelt wie die Konstruktion und Inszenierung von Buchwelten funktionieren und wie man dadurch Immersion bei potenziellen Lesern und Fans bewirken kann. Inzwischen ist das wachsende Bedürfnis nach Immersion längst nicht mehr nur für die Unterhaltungsindustrie relevant, sondern überall dort, wo Unternehmen versuchen, eine Markenwelt für ihre Produkte und Dienstleistungen zu errichten, um sich im Wettbewerb zu differenzieren.

Daher haben wir uns entschlossen, ein neues, spannendes Kapitel unserer nun mehr zwölf Jahre andauernden Unternehmensgeschichte aufzuschlagen. Aus der „Agentur für Virales Marketing, Transmedia Storytelling und Social Media Management“, wird die „Agentur für immersive Markenführung“. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wollen wir vm-people in nächster Zeit behutsam weiterentwickeln. Mit neuen Ideen, Angeboten und Mitarbeitern. Und dabei für unsere treuen Kunden, bleiben was wir sind: Ihre Fanbeauftragten!



Von Thomas Zorbach am 26. September 2016
in Allgemein, In eigener Sache

Nur diesen Sommer: die ERBEN Rooftop Winebar

Immersive Branding für die Weinkellerei F. W. Langguth Erben

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Wein mit Aussicht: Um die traditionsreiche Marke ERBEN für ein junges Publikum attraktiv zu machen, haben wir für die Weinkellerei F.W. Langguth Erben eine Pop-up-Bar eröffnet. Die ERBEN Rooftop Weinbar findet man, wie der Name verrät, auf einer Dachterrasse im Berliner Bezirk Neukölln. Aber nur für den limitierten Zeitraum von zwei Monaten.

Wer sich vom Aufstieg in den 5. Stock nicht abschrecken lässt, kann auf dem Dach des Neuköllner Finanzamts einen Urban Vineyard entdecken, der den Flair des Moseltals mit Berliner Industriecharme verbindet. Inmitten 40 Jahre alter, knorriger Rebstöcke können sich die Gäste durch das ERBEN Sortiment probieren, das aktuell 24 Sorten umfasst.

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Neben dem einladenden und gemütlichen Ambiente fühlen sich die Besucher vor allem vom Bezahlprinzip angesprochen. Für einen kleinen Obolus von nur 3 € erhält man ein Glas, das anschließend sooft gefüllt werden kann, wie man will. Wenn man geht, zahlt man so viel, wie man für angemessen hält, und darf das Glas mit nach Hause nehmen.

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Der Anspruch der immersiven Markenführung ist es, den Kunden eine multisensorische Erfahrung zu bieten, die sie voll und ganz in die Markenwelt eintauchen lässt. Auf der über 400 Quadratmeter großen Dachterrasse haben Weingenießer und Fans noch bis Ende August Gelegenheit, die Welt der ERBEN Weine zu erleben.

Mehr Infos zum Projekt gibt’s hier!



Von Thomas Zorbach am 15. Juli 2016
in Aktuelle Fallbeispiele, Allgemein

Auf Leos Spuren

Rückblick auf den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2016

 

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Gleich fünfmal waren wir in diesem Jahr beim Deutschen Preis für Onlinekommunikation nominiert. In der Kategorie „Product Launch“ hatten wir gleich zwei Eisen im Feuer: die Markteinführungskampagne für ERBEN Inspiration der Weinkellerei F.W. Langguth Erben und die Aktion „Wer ist Max? Eine Kampagne, zwei Bestseller“ für den Verlag Bastei Lübbe. Rein rechnerisch standen unsere Chancen also nicht schlecht. Gereicht hat es am Ende trotzdem nicht.

https://www.instagram.com/p/BGcKLyMSNqs/

Wie es sich für gefühlte zweite Sieger gehört, haben wir uns den Abend dann trotzdem noch richtig schön getrunk getanzt. Dazu trug auch der Umstand bei, dass wir es in den Kategorien, in denen wir nominiert waren, mit richtig starken Gegnern zu tun hatten. Allen voran Saul Goodman, unser aller Lieblingsanwalt aus „Better Call Saul“. Die Online-Kampagne, die mit kontextbezogenen Anzeigen unter anderem auf SPIEGEL Online für die Serie warb, wurde in der Kategorie „Product Launch“ ausgezeichnet. Glückwunsch nach Albuquerque!

Außerdem, Leonardo de Caprio hat schließlich auch sechs Anläufe für den Oscar gebraucht! Das war dieses Jahr erst unser dritter! Da geht also noch was! Jetzt heißt es: Nach dem #dpok ist vor dem #dpok: Nächstes Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf. Danke an all die lieben Glückwünscher, Daumendrücker und Fingerkreuzer!



Von Thomas Zorbach am 18. Juni 2016
in In eigener Sache

Fan-Art Deluxe #1: 200 Künstler gestalten gemeinsam eine ›DRAGON BALL‹-Episode

Wenn Fans zu Stift und Papier greifen, um in einer eigenen Kreation ihrem Lieblings-Musiker, -Autor oder -Film zu huldigen, ist das erst einmal vor allem eins: FANtastisch! Natürlich gibt es immer Abstufungen in der Qualität, aber die Tatsache, dass sich ein Mensch hinsetzt, um seinem Idol seine Zeit, Gedanken und Kreativität zu widmen, ist in jedem Fall bemerkenswert! Und weil das so ist, wollen wir in unserer neuen Beitragsrubrik ›Fan-Art Deluxe‹ gern Projekte mit euch teilen, die unserer Meinung nach besonders eindrucksvoll Fan-Liebe demonstrieren.

Dragon Ball Reanimate

Den Anfang macht das Fan-Projekt ›Dragon Ball Reanimate‹! Hier haben sich gleich 200 Fans zusammengetan, um gemeinsam eine Original-Episode der Anime-Serie ›Dragon Ball‹ im jeweils eigenen Zeichenstil zu gestalten und zu animieren. Hier ist das Ergebnis dieser aufwändigen Arbeit:

 

Ich – die in ihrer Jugend gerne gemeinsam mit Serienheld Son-Goku auf seiner Wolke Jindujun durch die Luft geflogen ist – finde, der Film ist grandios geworden!

In diesem Sinne,

Kamehameha! 😉



Von Stephanie Bagehorn am 17. Juni 2016
in Fans

Let’s Talk About Movie Trailers …

A scientific approach to evaluate buzz in the film industry

Photo: http://www.nme.com/

Photo: http://www.nme.com/

Auf der diesjährigen Sunbelt-Konferenz fiel mir bei der Poster-Session das Projekt von Julia Kampani, Doktorantin an der University of Bath ins Auge. Sie forscht zum Thema Mundpropaganda in der Filmbranche unter besonderer Beachtung von Filmtrailern. Ich fand ihre Arbeit so spannend, dass ich sie gebeten habe, eine kleine Artikelserie darüber in unserem Blog zu veröffentlichen. Ich glaube, dass die Ergebnisse auch für andere Felder interessant sind, zum Beispiel für die Buchbranche, die ja bekanntermaßen auch viel mit Trailern arbeitet. Thanks Julia for your contribution!

Fifty years ago the movie “Producers” opened to an audience of 11 people in a 1,200-seat theatre. Bad reviews and an even worse audience attendance signalled the failure of the movie, but the production team decided to follow a different release strategy in its best attempt to save the movie. A campaign of sneak previews started in New York, and slowly – very slowly – word of mouth about a movie showing exclusively on very few screens travelled around the state. Soon, the movie opened in more cities; it won 1 Oscar and made its production money back, but it took 4 years.

Like any service or product, a movie’s success relies on positive word of mouth – or buzz, as it is called in the industry. The numerous social media platforms have given audiences the ability to build up buzz about a movie long before it is released. Online opinions are exchanged in real-time, regardless of the geographic location and movies can now open simultaneously all around the world. Movie buzz is vital: if a movie trailer manages to create enough of it before the movie’s release, audiences will run to the cinema on the opening weekend and box office receipts will be high enough to keep the movie on for longer. However, pre-release online word of mouth also has its downsides. Predictions about the new Ghostbusters film (coming out next month) are not looking so optimistic. The Ghostbusters trailer is now officially the most disliked trailer of all time because it is confusing.

Our recent work on movie trailers and word of mouth involved a series of experiments where participants watched a number of trailers and reported on whether they would spread any positive or negative word of mouth about the film. Results showed that those who enjoyed the trailer but also understood it, were more likely to spread positive word of mouth about the film on social media. We decided to investigate the aspect of “understanding” further to determine how its impact in forming opinions. This is part of an ongoing research which aims to build a theoretical framework on “understanding”, based on real-world data.

Studios release a number of trailers during the pre-release campaign period, gradually offering more information about the film in an attempt to build the audience’s understanding. We have been collecting opinions from Twitter and YouTube on a large number of films, since November 2015. Our preliminary results show that the majority of movies follow a standard pattern where about 50% of the total collected word of mouth occurs within the first two days of a trailer’s release. We have also observed that confusing trailer plots have a negative impact on opinions, which can sometimes spread fast across the social network. We are now planning to conduct discourse analysis in order to dig deeper into audience’s opinions on upcoming movies.

The availability of newly developed software tools which can scrape and analyse comments from the digital domain has offered new opportunities for research. Film studios and researchers can now monitor word of mouth in order to get early insights and anticipate box office performance. It is tempting to not take advantage of it.

P.S.: Some early results were presented at the Sunbelt Conference of the International Network for Social Network Analysis. For more information, please contact ijk23@bath.ac.uk.

References:

Archer-Brown, C., Kampani, J., Marder, B., Bal, A. Kietzmann, J. The Role of Movie Trailers in Generating Word-of-Mouth. Journal of Advertising Research. Forthcoming 2016.

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Julia Kampani is a PhD Researcher at the University of Bath. She’s got a degree in Film Studies and an MSc in Marketing. Her research focuses around the power of trailers as a tool in generating word of mouth, and she is particularly interested in the way viewers share online information about a film during the pre-release phase. When she’s not working on writing papers, you will probably find her at the cinema!



Von Thomas Zorbach am 14. Juni 2016
in Allgemein, Konferenzen, Wissenschaft