Bullshit Bingo

Im Juni 2001 stand ich vor der Herausforderung meine 200 Seiten starke Diplomarbeit auf einen 45 minütigen Vortrag am Gottlieb Duttweiler Institut in Zürich runterzudampfen. Virales Marketing war damals noch eine sehr theoretische Angelegenheit und in der Praxis nicht viel mehr als der Versuch, verschiedene Internet-Phänomene (Hotmail, Blair Witch Project, Napster) mit einem einprägsamen Label zu versehen.

Um meine Ausführungen zu den verschiedenen Kriterien der Ansteckung etwas aufzulockern, kam ich auf die Idee, meine Rede durch ein damals aktuelles Fallbeispiel zu veranschaulichen: das berühmt-berüchtigte Bullshit Bingo. Und weil es sich irgendwie anbot, lud ich das anwesende Publikum gleich dazu ein, mich auf die Probe zu stellen und verteilte die entsprechenden Bögen.

Auch wenn sich die Inhalte meiner Voträge inzwischen stark gewandelt hat – das Bullshit-Bingo ist über die Jahre zu einer Art Ritual geworden, das ich bis heute beibehalten habe. Zuletzt kam es während meines Vortrags an der HTWK in Leipzig zum Einsatz, in dessen Rahmen sich offenbar der ein oder andere Teilnehmer angesteckt hat.

Schon damals vor sechs Jahren habe ich im Rahmen meiner wissenschaftlichen Arbeit versucht herauszufinden, woher das Bullshit Bingo eigentlich stammt. Meine Recherche in Foren und Newsgroups förderte aber keine konkreten Ergebnisse zu Tage. Es gab lediglich Mutmaßungen, eine Unternehmensberatung in den USA, habe sich das Spiel ausgedacht.

Mittlerweile hat es das Bullshit Bingo auch zu einem Wikipedia-Eintrag gebracht. Darin bin ich auf eine überraschende Information gestoßen. Die Spur führt zu keinem Geringeren als Al Gore:

„Al Gore, damals Vizepräsident der USA und bekannt für seinen großzügigen Umgang mit technologischen Buzzwords, 1996 vor dem Abschlussjahrgang des MIT sprach. Die Abschlussklasse verteilte Bingokarten mit Buzzwords an das Publikum.“



Von vm-people am 18. Juli 2007
in Ansteckende Ideen, Viral Stuff, Vorträge & Seminare

Wie ich ein Interview für den Deutschlandfunk gab und warum wir jetzt die Fleischwurst des Internets sind

Ich lebe ja sonst ein sehr zurückgezogenes Leben in den brandenburgischen Wäldern, aber einem Journalisten ist es gelungen,
mich aufzuspüren und mir ein Interview zum Thema Virales und Guerilla Marketing zu entlocken.

Da ich es als schwierig empfinde, in einem Medium wie dem Radio verständlich rüberzubringen, wie genau virales Marketing funktioniert
und was genau das Unternehmen, sowie Kunden bringt, benutze ich gerne die Analogie des Wurstverkäufers in der Dorfmetzgerei:

Dort ist man früher als kleines Kind mit seiner Mutter zum Einkaufen mitgenommen worden.
Der Metzger kannte alle seine Kunden und ihre Vorlieben und hat sich die Zeit für ein Gespräch genommen.
Er war Teil einer Gemeinschaft und hat sich auch so verhalten.
Dieser Metzger konnte es sich gar nicht erlauben, unfreundlich zu sein oder gar schlechte Ware anzubieten,
weil sich das sonst im ganzen Dorf rumsprechen würde und dann alle zum Metzger im Nachbardorf gehen würden.

Damit der Nachwuchs auch was davon hat, gab es dann auch immer ein Stück Fleischwurst auf die Hand.

Und eigentlich versuchen alle Unternehmen irgendwie wieder genau dahin zurück zu kommen.

vm-people sind also die Fleischwurst des Internets.

Das finde ich ziemlich gut, wenn ich auch anmerken möchte, dass vm-people auch ausserhalb des Internets eine Fleischwurst sind.
Mit etwas Senf und einem Lächeln serviert.



Von vm-people am 8. Februar 2007
in Viral Stuff

Witze-Viren und Viren-Witze

Mit dem Umstand, dass Witze selbsreplikative virulente Eigenschaften besitzen, macht jeder Mensch, der sich ab und an in eine geselligen Runde begibt ,so seine Erfahrungen. Leute wie Hofstaedter, Dawkins und Dennett haben dazu im Kontext der Memetik interessante Betrachtungen angestellt.

Ein Professor aus England will jetzt den Urheber des lustigsten bzw. ansteckendsten Witzes aller Zeiten ausfindig gemacht haben, wie SPIEGEL Online berichtet. Einen britischer Komiker namens Milligan. Bei dem Gag handelt es sich ich um ein Exemplar aus der Gattung „Jäger-Witz“. Selten so gelacht. Mein Lieblings-Jäger-Witz, der als einer der kürzsten Witze überhaupt gilt, ist: „Treffen sich zwei Jäger. Beide tot.“

Ob es Viren jemals zu einer eigenständigen Witz-Gattung bringen werden, so wie Jäger, Blondinen, Mantafahrer etc. , wage ich irgendwie zu bezweifeln. Immerhin, neulich habe ich in der BILD-Zeitung einen entdeckt. Und der geht so… „Ich habe dich seit Wochen nicht gesehen“, sagt das eine Virus, „warst du krank?“ – „Ja“, antwortet das andere. „Ich hatte Penicilin.“ Harrharrharr. Wenn jemand einen Viren-Witz hört, fälscht oder in Umlauf bringt, bitte bei mir melden!!!

Artikel über den lustigsten Witz der Welt

PS: Übrigens, ich dachte eigentlich, dass hier sei der lustigste Witz der Welt?!



Von vm-people am 14. Juni 2006
in Theoretische Aspekte, Vermischtes, Viral Stuff

Incredible Fishing

Seit meiner Jugend bin ich ein Freund des Fischens. Während ich früher mit meinem Vater jede Gelegenheit nutzte, die sich uns bot, komme ich heute leider viel zu wenig dazu diesem Hobby nachzugehen.Die Ruhe auf einem einsamen See in der Abenddämmerung, das Starren auf den langsam dahin treibenden Schwimmer, das gespannte Warten auf den Biß – all das hat für mich etwas unheimlich Kontemplatives und Erholsames.Kontemplation, Ruhe und Entspannung ist nicht unbedingt das, was die Fischer in diesem Videoclip suchen. Fischen mit Licht! Gäbe es diesen Clip nicht, würden wir es für Anglerlatein halten. Einfach unglaublich!

Clip ansehen

(Via Thomas Wölfer)



Von vm-people am 18. März 2006
in Viral Stuff

Von vm-people am 31. August 2005
in Viral Stuff