Oblique Strategies

Neuerdings steht auf meinem Schreibtisch eine kleine schwarze Schachtel. Darin befindet sich eine Sammlung von über 100 Karten. Auf jeder Karte steht eine knappe Anweisung, die demjenigen, der sie zieht, aus einem Dilemma heraushelfen soll.Das klingt erst mal etwas schräg (nomen est omen!), macht aber Spaß und hilft einem dabei, ein aktuelles Problem, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Entwickelt wurde das Prinzip der Oblique Strategies von dem Musiker Brian Eno, (gemeinsam mit Peter Schmidt). Eno wird nachgesagt, das er das Kartensystem bei der Produktion seiner Alben einsetzt.

Brian Eno ist ganz offensichtlich ein Anhänger des Zufalls, ebenso wie Peter Lau, der das Potenzial des Zufalls kürzlich in einem Artikel (Brand Eins 08/05)folgendermaßen beschrieben hat: „Natürlich sorgt der Zufall nicht dafür, dass alles kommt, wie man es sich vorstellt, aber er kann zu Lösungen führen, an die man nie gedacht hätte, denn: Was sinnvoll ist, ist nicht zwangsläufig vernünftig. Außerdem kann er eine Offenheit erzeugen, die es ermöglicht, Dinge vorurteilsfrei zu betrachten – Überraschungen klären den Blick. Aber vor allem kann er uns daran erinnern, wozu wir fähig sind.“

Übrigens, auf der Karte, die ich heute morgen gezogen habe stand: „Look at the order in which you do things“. Also, mache ich mir jetzt erst mal noch einen Kaffee, bevor ich zum Telefonhörer greife (wie geplant) ;-)

„Gib dem Zufall eine Chance“, Meinen Artikel zum Thema lesen



Von vm-people am 6. Dezember 2005
in Zufall

„Viral Marketing“ – Neuerscheinung im Gabler Verlag

Neue Literatur zum Thema, diesmal in deutsch. Sascha Langner, bekannt durch marke-x, hat ein Buch über Virales Marketing geschrieben. Darin werden laut Vorabinfo unter anderem folgende Fragen erörtert:

Wie können Unternehmen die Mundpropaganda strategisch zur Verkaufsförderung einsetzen und gewinnbringend nutzen? Welches Marketing-Potenzial gibt es dabei auf der einen Seite, welche unerwünschten Effekte auf der anderen Seite?

 

Die zusammengetragenen Erkenntnisse werden durch Fallbeispiele aus der Praxis – erfolgreiche (und nicht erfolgreiche) Kampagnen aus Deutschland, Großbritannien und den USA illustriert.

Mehr Infos zum Buch



Von vm-people am 14. Oktober 2005
in Publikationen

Virales Marketing auf dem Vormarsch

Die HORIZONT vermeldet in ihrer aktuellen Ausgabe (Nr. 36/2005), dass die deutschen Marketingmanager verstärkt auf alternative Werbeformen setzen. Das geht aus einer Studie hervor, die von der GfK durchgeführt wurde. Dem Nürnberger Institut zur Folge profitiert auch das Virale Marketing von dieser Tendenz („Satte Steigerungsraten“). „Im Jahr 2005 nutzt immerhin jedes vierte Unternehmen die moderne Form der Mund-zu-Mund-Propaganda. Vor zwei Jahren waren es nur knapp 15%.“

Interessant ist, dass die HORIZONT das Virale Marketing als „Below-the-Line“- Werbung einstuft. Abgesehen davon, dass mir noch nie jemand schlüssig erklären konnte, wo diese Linie verläuft, wer sie gezogen hat und was genau sie eigentlich voneinander trennt, finde ich diese Klassifizierung fragwürdig. Denn Virales Marketing ist keine „Werbeform“.

Nach unserem Verständnis geht es beim Viralen Marketing darum, das Unternehmen so auszurichten, dass es von der Macht der Mundpropaganda und von Weiterempfehlungen profitieren kann, angefangen bei seinen Angeboten über die Vermarktungsmaßnahmen bis hin zur eigenen Kultur. Virales Marketing ist dann erfolgreich, wenn es nicht als kurzfristige Taktik verstanden wird, sondern als langfristiger Perspektiven- und Strategiewechsel.



Von vm-people am 14. September 2005
in Artikel, Diskurs