Fo.rtuito.us – Networking by serendipity

„Life is random“, wie es in der Werbung für den iPod Shuffle so schön und treffend hieß. Apple ist aber keineswegs das einzige Unternehmen, das es versteht, sich die kreative Kraft des Zufalls zu nutze zu machen. Bei Matthias bin ich heute auf Fo.rtuito.us gestoßen, eine Social Networking Platform, die Leute nach dem Zufallsprinzip verkuppelt.

Ein schöner Ansatz, der sich wohltuend von vielen professionellen Networking-Ratgebern abhebt, die einem weismachen wollen, ein Netzwerk aus beruflichen und privaten Kontakten gedeihe dann am besten, wenn man es am Reißbrett entwirft. Erfolgreicher Networker wissen: der Aufbau eines intakten, weit verzweigten Geflechts aus Beziehungen ist wie vieles im Leben ein dynamischer Prozeß, bei dem es gar nicht wünschenswert ist, dass immer alles nach Plan abläuft.

Im Gegenteil, gerade beim Knüpfen von neue Kontakten kann es durchaus von Vorteil sein, wenn man König Zufall ab und zu ein Wörtchen mitreden läßt und sich ganz bewußt in Situationen bringt, in denen einem Menschen über den Weg laufen, die man bislang noch gar nicht auf dem Radar hatte. Über Zufallstrategien bei der Kontaktaufnahme und über vieles mehr sprechen Michael Zerr und ich demnächst im Rahmen eines Seminars mit dem Titel „Professionelles Networking“.

Infos und Anmeldung



Von vm-people am 4. Juni 2006
in Allgemein, Ansteckende Ideen, Vorträge & Seminare, Zufall

Oblique Strategies

Neuerdings steht auf meinem Schreibtisch eine kleine schwarze Schachtel. Darin befindet sich eine Sammlung von über 100 Karten. Auf jeder Karte steht eine knappe Anweisung, die demjenigen, der sie zieht, aus einem Dilemma heraushelfen soll.Das klingt erst mal etwas schräg (nomen est omen!), macht aber Spaß und hilft einem dabei, ein aktuelles Problem, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Entwickelt wurde das Prinzip der Oblique Strategies von dem Musiker Brian Eno, (gemeinsam mit Peter Schmidt). Eno wird nachgesagt, das er das Kartensystem bei der Produktion seiner Alben einsetzt.

Brian Eno ist ganz offensichtlich ein Anhänger des Zufalls, ebenso wie Peter Lau, der das Potenzial des Zufalls kürzlich in einem Artikel (Brand Eins 08/05)folgendermaßen beschrieben hat: „Natürlich sorgt der Zufall nicht dafür, dass alles kommt, wie man es sich vorstellt, aber er kann zu Lösungen führen, an die man nie gedacht hätte, denn: Was sinnvoll ist, ist nicht zwangsläufig vernünftig. Außerdem kann er eine Offenheit erzeugen, die es ermöglicht, Dinge vorurteilsfrei zu betrachten – Überraschungen klären den Blick. Aber vor allem kann er uns daran erinnern, wozu wir fähig sind.“

Übrigens, auf der Karte, die ich heute morgen gezogen habe stand: „Look at the order in which you do things“. Also, mache ich mir jetzt erst mal noch einen Kaffee, bevor ich zum Telefonhörer greife (wie geplant) ;-)

„Gib dem Zufall eine Chance“, Meinen Artikel zum Thema lesen



Von vm-people am 6. Dezember 2005
in Zufall

Gib dem Zufall eine Chance

„Am 11. März 1952 kam in Camebridge ein Kind zur Welt, das den Namen Douglas Noel Adams erhielt. Zur gleichen Zeit entschlüsselten Wissenschaftler in der gleichen englischen Kleinstadt die Struktur einer Desoxyribonucleinacid getauften Substanz. Bedenkt man nun, daß sich aus diesen Geburten, die zwei dominierenden Theorien zum Ursprung des Lebens entwickeln sollten, und weiter, daß beide mit den Initialien DNA abgekürzt werden – dann ist dies so unwahrscheinlich, als verwandele sich ein Cruise Missile in einen Delphin.“ (WELT KOMPAKT, 8. Juni 2005)

Wer „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams gereist ist, der hat nicht nur viel gelacht, sondern nicht selten auch einen Sinn für die Unwahrscheinlichkeiten dieser Welt entwickelt. Denn, so ein Eintrag im Subtext der galaktischen Enzyklopädie: Das Leben steckt voller Zufälle.

Welche Rolle der Zufall in meinem Leben spielt, darüber habe ich mir seit dem 26. Dezember 2004 oft Gedanken gemacht. Welche Implikationen der Zufall speziell für das Marketing hat, dazu habe ich einige Betrachtungen in einem Beitrag für das Jahrbuch zum Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation angestellt.

Beitrag lesen



Von vm-people am 13. Juni 2005
in Publikationen, Zufall

Serendipity

Der Begriff „Serendipity“ bedeutet so viel wie „die Gabe, zufällig glückliche und unerwartete Entdeckungen zu machen“ bzw. einfach nur „glücklicher Zufall“. Das gleichnamige Open Source PHP-Blog-Projekt wurde im Winter 2002 von dem deutschen Jannis Hermanns ins Leben gerufen. Nachdem Hermanns das Projekt auf SourceForge veröffentlichte bekam er schnell Unterstützung von Programmierern aus aller Welt. Gleichzeitig gab er damit den Anstoß für seine virale Verbreitung. Das freie Blog-System wird seit dem stetig weiterentwickelt und verfügt inzwischen über eine ständig wachsende Fangemeinde.

Nach zwei Jahren des Bloggens ohne echte Blog-Software sind die vm-people glücklich mit Serendipity eine Software entdeckt zu haben, die genau zu unseren Bedürfnissen paßt. Das Archiv des „alten“ vm-blogs ist übrigens über das Submenu oben erreichbar und bleibt dauerhaft bestehen, um den Zugriff auf die alten Blogbeiträge zu gewährleisten. Das neue Archiv ist dann rechts über den Kalender bzw. die darunterliegenden Navigationspunkte erreichbar. In der Übergangsphase sind 15 Einträge redundant vorhanden.

Über Kommentare und Feedbacks zu unserem neuen Blog würden wir uns freuen.



Von vm-people am 27. Mai 2005
in Ansteckende Ideen, In eigener Sache, Zufall

Alles Zufall?

In seinem Buch „Alles Zufall“ versucht Stefan Klein dem Zufall auf die Spur zu kommen. Plausibel argumentierend und anhand von vielen Beispielen führt Klein den Leser durch die Welt des Zufalls und macht ihn mit seinen Gesetzen vertraut. Der Zufall, so wird deutlich, ist eine physikalische Größe in der Natur, die eine schöpferische und eine zerstörerische Kraft entfalten kann.Obwohl mir die Argumente unmittelbar einleuchteten, so erschienen mir Kleins Gedanken beim Lesen im Thailand-Urlaub sehr abstrakt. Bis zum Morgen des 26. Dezember 2004. An diesem Tag offenbarte sich mir die zerstörerische Seite des Zufalls mit voller Wucht – in einem Stelzenhaus am Strand von Khao Lak.

Dass meine Freundin Petra und ich der Flut entkommen sind, haben wir einer Verkettung von glücklichen Umständen zu verdanken oder eben dem Zufall. Diese Tatsache erfüllt uns mit Dankbarkeit und Demut. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei denjenigen, die geliebte Menschen vermissen oder die ihre Existenzgrundlage verloren haben. Und unsere Hoffnung gilt der Zukunft. Wir hoffen darauf, dass der Zufall nicht nur Chaos hinterläßt, sondern auch Chancen für die Betroffenen bereithält.



Von vm-people am 10. Januar 2005
in In eigener Sache, Zufall