Besuch vom SPIEGEL

Neulich war Christian Deker, Redakteur bei SPIEGEL ONLINE, bei uns zu Gast, um sich mit uns über Virales Marketing zu unterhalten. Wir sprachen lange über unsere Arbeit, über einige aktuelle Projekte, die wir betreuen unter anderem über das Weblog für die fischerwerke. Obwohl unser Büro, eine „karge, ausgebeinte Altbauwohnung mit kahlen, weißen Wänden“ auf unseren Besucher offenbar etwas kühl und abweisend gewirkt haben muss, ist der Artikel insgesamt doch recht positiv ausgefallen.

Das war nicht unbedingt zu erwarten. In der Vergangenheit war der SPIEGEL nämlich nicht gerade zimperlich, wenn es darum ging, das Virale Marketing in die Pfanne zu hauen. „Was also bleibt vom Konzept des Viralen Marketing?“ fragte beispielsweise Netzwelt-Redakteur Frank Patalong im Jahr 2000 in seinem Artikel „Virales Marketing“: Kalter Kaffee, Mund zu Maus.“ „Eine ganze Menge! Der Begriff beispielsweise, und verbunden damit eine Ausweitung des Werber-Vokabulars, dass man sich nicht nur auf Kongressen gegenseitig an den Kopf werfen kann, sondern auch dazu taugt, in den Chefetagen zahlreicher Unternehmen frische Werbe-Etats loszueisen.“

Sechs Jahre danach habe ich mehr denn je die Gewissheit, dass aus dem Buzzword von einst eine „erwachsene“ Marketingdisziplin geworden ist. Nicht, weil der SPIEGEL inzwischen wohlwollender darüber berichtet, sondern weil ich inzwischen viele Leute kennen gelernt habe, die es mit dem Viralen Marketing Ernst meinen, die Grundhaltungen, Überzeugungen und Sichtweisen teilen, die nicht an kurzfristigen Effekten interessiert sind, sondern eine langfristige Wirkung anstreben. Und diese Leute kommen heute, da hatte Patalong seinerzeit durchaus Recht, immer öfter auch aus Unternehmen.

SPIEGEL ONLINE Artikel lesen



Von vm-people am 28. August 2006
in Artikel, Diskurs, In eigener Sache

„WOM-Marketing“ vor dem Aus?

Es kommt relativ häufig vor, dass ich Anrufe von verzweifelten Diplomanden bekomme, die sich redlich mühen, Begrifflichkeiten wie Viral Marketing, Buzz Marketing, Word of Mouth Marketing, Guerilla Marketing, Connected Marketing etc. voneinder abzugrenzen. Ich sage dann immer, dass ich daran auch schon verzweifelt bin und dass dagegen die Arbeit vom alten Sisyphos das reine Zuckerschlecken gewesen sei. Ich gebe gerne zu, dass ist nicht unbedingt das, was man als hilfesuchender Student gerne hören möchte.

In der aktuellen Ausgabe ihres Newsletters, der mich heute Nacht erreichte, bittet mich die Word of Mouth Marketing Association (WOMMA) um meine Mithilfe:

„Help save „word of mouth marketing“ at Wikipedia. A proposal has been made to close the Wikipedia entry for „word of mouth marketing“ and subsume it into the larger entry for „viral marketing“. Viral is a marketing technique of word of mouth equally valid with others such as buzz, grassroots, evangelism, and more. (…)“

Wird also einer der Sterne im ewig expandierenden Universum der Marketingbegriffe demnächst verglühen?

Gehen wir für den Moment einfach mal davon aus, dass es sich bei dem dramatischen Appell nicht um eine getarnte WOM-, Viral, Buzz- (hier bitte hier ihren persönlichen Lieblingsterm einsetzen) Maßnahme handelt, um die WOMMA ins Gespräch zu bringen. Nehmen wir also an, an der Sache sei etwas dran: Wer würde den Begriff Word of Mouth Marketing bei Wikipedia vermissen (außer dem gleichnamigen Dachverband)? Reden wir im Grunde nicht alle über das Gleiche? Über die Frage nämlich, was Unternehmen tun können am Ende einer langen Ära – der Zeit des Marketingstalinsmus?

Ich selbst habe mich vor langer Zeit für den Begriff „Virales Marketing“ entschieden, deswegen heißen wir heute nicht wom-people, sondern vm-people. Ich habe das damals ganz bewußt getan, weil der Bezeichnung meiner Meinung nach etwas innewohnt, was Mundpropaganda für eine erfolgreiche Verbreitung braucht – einen Neuigkeitswert. Denn genau das ist es, was uns Kritiker bis heute vorwerfen: Virales Marketing und das was dabei herauskommt, die Mundpropaganda, sei „alter Wein in neuen Schläuchen“.

Mir war von Anfang an klar, dass den Begrff Virales Marketing nicht alle gut finden werden, weil er bei vielen Menschen eine negative Assoziationskette anstößt. Aber genau deswegen halten wir an ihm fest. Denn er ist nicht nur neu und dadurch besser geeignet, die Entscheider im Unternehmen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Er ist vor allem auch kontrovers. Man kann sich an ihm reiben. Und wo Reibung ist, springt irgendwann auch ein Funke…

Sorry, WOMMA… aber meine Unterstützung habt ihr nicht!

Word of Mouth-Marketing bei Wikipedia
Viral Marketing bei Wikipedia



Von vm-people am 15. Juli 2006
in Diskurs

Virales Marketing in nano

Martin Oetting hatte es angekündigt: am Montag lief auf 3Sat eine Reportage über Virales Marketing. Einige Szenen spielen in unserem Büro. Gedreht bei gefühlten 52 Grad. Wie ich auf die Idee gekommen bin, bei diesen Temperaturen ein Sakko mit Buttonup zu tragen, weiß ich nicht mehr. Es war jedenfalls keine gute…!

Wem der Bericht mitten im Post-WM-Vakuum durch die Scheuklappen gegangen ist, der kann sich das Ganze jetzt nochmal auf YouTube ansehen!



Von vm-people am 12. Juli 2006
in In eigener Sache, The Buzz on Buzz

„Viral Marketing“ – Neuerscheinung im Gabler Verlag

Neue Literatur zum Thema, diesmal in deutsch. Sascha Langner, bekannt durch marke-x, hat ein Buch über Virales Marketing geschrieben. Darin werden laut Vorabinfo unter anderem folgende Fragen erörtert:

Wie können Unternehmen die Mundpropaganda strategisch zur Verkaufsförderung einsetzen und gewinnbringend nutzen? Welches Marketing-Potenzial gibt es dabei auf der einen Seite, welche unerwünschten Effekte auf der anderen Seite?

 

Die zusammengetragenen Erkenntnisse werden durch Fallbeispiele aus der Praxis – erfolgreiche (und nicht erfolgreiche) Kampagnen aus Deutschland, Großbritannien und den USA illustriert.

Mehr Infos zum Buch



Von vm-people am 14. Oktober 2005
in Publikationen

vm-people – Live in ROCKLAND

Wenn in diesem Jahr das Buzzword des Jahres gekürt wird, ist „Podcasting“sicher ein heißer Kandidat für den Titel. Immer mehr Leute scheinen ihr Talent als Radiomoderatoren zu entdecken. Bis es soweit ist und die vm-people mit ihrem eigenen Podcast auf Sendung gehen, wird es leider noch einen Moment dauern.

Als kleinen Vorgeschmack, wie es klingt, wenn man zum Sound von scheppernden Gitarren versucht, etwas Sinnvolles über Virales Marketing von sich zu geben, hier ein kleines Audio-Snippet. Das Interview mit mir führte Liane Gruß von ROCKLAND. Vielen Dank an Liane für die Übermittlung der Datei.



Von vm-people am 24. September 2005
in In eigener Sache