„New Media Culture“: Buch und Late Night Show

 

Foto: Christine Weitbrecht

Foto: Christine Weitbrecht

Nach langen Jahren intensiver Tätigkeit mit der vm-people GmbH für die Verlagsbranche und unzähligen Kampagnen für Titel multipler Genres (nur Erotik fehlt immer noch, leider!), fand ich mich unlängst in einer neuen, ungewohnten Rolle wieder. Als Herausgeber und Autor der Sachbuches „New Media Culture: Mediale Phänomene der Netzkultur“ war plötzlich eine Promotion für das eigene Werk gefordert.

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Was tun? Kollege Patrick Breitenbach hatte die grandiose, aber nicht ganz unaufwändige Idee, eine Late Night Show zu produzieren. Gesagt, getan: Und so wurden die Autoren an einem brütend heißen Sommertag vor laufender Kamera auf eine Bühne geschubst und vom Host Marcus John Henry Brown zärtlich in die Mangel genommen.

Das Ergebnis kann man sich hier ansehen:

Meine Ko-Autorin Christine Weitbrecht und ich standen zum Thema „Ultra Fandom“ Rede und Antwort. Passend zum Thema im Fan-Outfit. Neben diesem Sujet befindet sich noch ein zweiter Beitrag im Buch, an dem ich mitgewirkt habe. Zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Pfeffer gebe ich einen Einblick in unser „Shitstorm“-Forschungsprojekt, das wir 2012 an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh gestartet haben.



Von Thomas Zorbach am 10. Januar 2016
in Allgemein, Fans, Publikationen, Shitstorms

Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace?

„Standing alone in the pyrenees, pretending to be myself, pretending to be someone else, in a real life role play version of my own novel. Just how bizarre is that?“ So versuchte Sean Thomas alias Tom Knox, Autor von „Cagot“, sein Innenleben während des Alternate Reality Game-Showdowns im Baskenland mit Live-Tweets in Worte zu fassen. Dass Autoren von ihren Figuren, die sie erschaffen haben heimgesucht und um den Schlaf gebracht werden, hört man immer wieder. Die immersive Wirkung eines Alternate Reality Games kann jedoch ungleich höher sein und mitunter gar ein Reality Distortion Field verursachen wie im Fall von Tom Knox.

In der dritten Folge der Kaninchengespräche rund um Immersion, Transmedialität und Storytelling widmen wir uns ganz der Perspektive des Autors. Von Stephan M. Rother, Autor des Psychothrillers „Ich bin der Herr deiner Angst“ (Rowohlt), erfahren wir aus erster Hand welche Erfahrungen er beim gleichnamigen Alternate Reality Game mit dem transmedialen Erzählen gesammelt hat. Wie erlebt es ein Autor, wenn seine Story auf diese Weise vermarktet wird? Was geht in ihm vor, wenn er eine Figur verkörpert, die er selbst erschaffen hat und von der er weiß, dass sie im Roman auf bestialische Weise ermordet wird? Und welche Beziehung entwickelt er zum Publikum, das bei einem ARG entscheidenden Einfluss hat, wie sich die ganze Geschichte entwickelt?

Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace? by vm-people

Aus Produzentensicht ist es immer förderlich wenn der Autor ein gewisses Verständnis für die Materie mitbringt. In dieser Hinsicht war Stephan M. Rother ein absoluter Glücksfall. Denn mit „Magister Rother“ hatte er einerseits bereits während seiner Studienzeit eine Bühnenfigur erfunden und verkörpert. Anderseits hatte er im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit Artikel für Rollenspielmagazine geschrieben. Wir mussten ihn also nicht lange bitten, die Rolle des unglückseligen Kriminalkommissars Hartung zu übernehmen. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit, Stephan. M. Rother!

Der Autor in Action – Stephan M. Rother als Hauptkommissar Ole Hartung in einer Ingame TV-Reportage

Das Interview führte Patrick Breitenbach. Der Intro-Track by Codex Machine, „You can never escape the underground“

Dieser Podcast ist Teil einer Mini-Serie um die Themen Immersion, Transmedialitä und Storytelling:

Kaninchengespräche #001: Der Puppetmaster – ein moderner Geschichtenerzähler packt aus
Kaninchengespräche #002: Das Publikum – Mittendrin statt nur dabei
Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace?
Kaninchengespräche #004: Der Verlag – Vom Leser zum Erleber? (folgt)



Von Thomas Zorbach am 7. Mai 2012
in Aktuelle Fallbeispiele, Alternate Reality Games, Das weiße Kaninchen, Journey 2012, Podcast, Transmedia Storytelling

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Kaninchengespräche #002: Das Publikum – Mittendrin statt nur dabei

Transmedia Storytelling – quo vadis? Während in Expertenkreisen gerade wieder einmal heftig über Sinn und Unsinn des Begriffs gestritten wird („Transmedia is a lie“) – in einem Punkt scheint man sich weitgehend einig zu sein: die Rolle des Publikums. Der passiven Couchpotatoe, der Medien ausschließlich konsumiert, ist ein Auslaufmodell. In Zukunft werden diejenigen gewinnen, die in der Lage sind, Inhalte auf ein Publikum zuzuschneiden, das aktiv an Geschichten teilhaben möchte.

Patrick Breitenbach, Podcast-Wizzard und langjähriger Freund des Hauses vm-people, hat sich mit drei Leuten unterhalten für die die Zukunft bereits begonnen hat. Michelle Senn, Klaus Lemm (Voltron) und Michael Müller (Spielpuppe) gehören sozusagen zu den „Ultras“ der deutschsprachigen ARG-Fanszene. Am Beispiel des Alternate Reality Games „Ich bin der Herr deiner Angst“ erzählen die Drei, was den besonderen Reiz einer transmedialen Experience ausmacht.

Kaninchengespräche_ARGenten by vm-people

Je mehr sich die Transmedia-Szene um sich selbst dreht und über Selbstfindung, Identität und Definitionen diskutiert wird, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass der Schlüssel zu ihrem Erfolg woanders liegt – beim Publikum und seinen Bedürfnissen. In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß mit dem Podcast und den Lektionen 1-3 für jeden transmedialem Geschichtenerzähler: 1. dem Publikum zuhören! 2. dem Publikum zuhören! 3. dem Publikum zuhören!

Vielen Dank an Patrick, Michelle, Klaus und Michael für das Gespräch – auch im Namen des Kaninchens! Der Intro-Track stammt von Codex Machine und heißt „You can never escape the underground“.

Dieser Podcast ist Teil einer Mini-Serie um die Themen Immersion, Transmedia und Storytelling:

Kaninchengespräche #001: Der Puppetmaster – ein moderner Geschichtenerzähler packt aus
Kaninchengespräche #002: Das Publikum – Mittendrin statt nur dabei
Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace? (folgt)
Kaninchengespräche #004: Der Verlag – Vom Leser zum Erleber? (folgt)



Von Thomas Zorbach am 26. April 2012
in Alternate Reality Games, Das weiße Kaninchen, Podcast, Transmedia Storytelling

Ein moderner Geschichtenerzähler packt aus: Transmediale Produktionsnotizen #HdA01

Transmedia Storytelling findet in Deutschland als Erzählform im Kulturbereich, aber inzwischen auch in der Wirtschaft immer mehr Beachtung, inbesondere die derzeit bekannteste Anwendung – das Alternate Reality Game. Was sind die Eigenheiten dieser narrativen Technik; wie sieht der Schöpfungsprozess aus; und wie wirkt eine transmedial erzählte Geschichte auf das Publikum? Das sind nur einige der Fragen, die ich im Rahmen einer kleinen Reihe mit dem Titel „Transmediale Produktionsnotizen“ hier im Blog aufgreifen möchte.

Der Anlass bildet das gerade zu Ende gegangene Alternate Reality Game „Ich bin der Herr deiner Angst“, das vm-people für den gleichnamigen Thriller von Stephan M. Rother für den Rowohlt Verlag produziert hat. Die Absicht ist es, die neue Erzählform, die sich gerade entwickelt, aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, um sie dadurch greifbarer zu machen. Zu Wort kommen, sollen die unterschiedlichen Beteiligten, neben den Puppetmastern (die Erzähler und Spielleiter), auch die Auftraggeber, der Autor, und die Teilnehmer.

Los geht’s mit einem Interview mit Sebastian Müller, Puppetmaster des ARG, das Patrick Breitenbach und Solveig Gwendolin Schwarz von der Karlshochschule International University geführt haben. Darin geht es unter anderem um die Frage wie man eigentlich zum Transmedia Storyteller wird. Denn während sich der Transmedia Producer in den USA inzwischen zu einem anerkannten Berufsbild gemausert hat, sind die vernetzt denkenenden und medial ungebundenen Erzähler hierzulande noch dünn gesät.

Interview anhören 

 



Von Thomas Zorbach am 12. April 2012
in Aktuelle Fallbeispiele, Alternate Reality Games, Das weiße Kaninchen, Transmedia Storytelling