Die Herausforderung

Ursprünglich als reines Handelsunternehmen bereits im Jahr 1865 gegründet, hat sich Romberg im Laufe seiner Firmengeschichte zu einem der führenden Anbieter im Bereich Hobbygarten-Artikel entwickelt. Die Grundlage für diesen Geschäftsbereich wurde in den 1970er-Jahren mit einem Anzuchtsortiment für Privathaushalte gelegt, damals eine Innovation auf dem deutschen Markt. Heute umfasst das Programm nicht nur Anzuchtartikel wie Quelltöpfe, Topfplatten und Zimmergewächshäuser, sondern auch Produkte für den Pflanzenschutz im Winter.

Die Einführung der sogenannten „POP UP-Erden“ stellte für das Unternehmen in doppelter Hinsicht etwas Besonderes dar. Zum Einen handelte es sich um ein neues, innovatives Produktsortiment, nämlich um leichte, handlich gepresste Blöcke aus komprimierten Kokokosfasern (anstelle von Torf). Beim Zugießen von Wasser quellen bzw. „poppen“ die Erden in kurzer Zeit auf. Zum Anderen schickte man sich mit den neuen Produkten an, das eigene Kernkompetenzfeld, die „Planzenkinderstube“ zu verlassen – von Romberg selbst gerne als Komfortzone bezeichnet – und wendete sich damit einem breiteren Themenspektrum im Hobby-Gartenbereich zu.

Ferner legten die Markteinführung der POP UP Erden eine Erweiterung der bestehenden Vertriebs- und Marketingstrategie nahe: Nicht nur die üblichen Ansprechpartner von Romberg, die Einkäufer in den Gartenfachmärkten, sollten von den POP UP Erden angesprochen und überzeugt werden, sondern erstmals auch die Endkunden.

Die Idee

Eine Trendanalyse förderte zu Tage, dass die POP UP Erden auf einen fruchtbaren Nährboden fielen, denn Themen wie Do-It-Yourself, Urban Gardening und Upcycling stehen gerade bei einem jungen, urbanen Publikum hoch im Kurs. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass die Hobbygartenszene im Web sehr aktiv und teilweise eng miteinander vernetzt ist. Gärtnernde Menschen teilen gerne ihr Wissen und tauschen sich untereinander in Social Media aus. Aus diesen Erkenntnissen erwuchs die Idee, Romberg zu einem Teil dieser Szene zu machen.

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Plattformen wie Blogs und Facebook gelten nicht umsonst als „soziale Medien“. Es geht um persönlichen Kontakt und Dialog. Deswegen wurden im ersten Schritt, nicht die neuen Produkte, sondern das Unternehmen und seine Mitarbeiter eingeführt. Dem Vorbild des Nachbarn folgend, der neu in der Gegend ist, lud Romberg im ersten Schritt 12 Gartenblogger zum „Social Media Sunday“ in die Lüneburger Heide ein. Im Vordergrund an diesem Workshop-Tag stand das gegenseitige Kennenlernen der Gedankenaustausch und das Schmieden von Ideen für gemeinsame Projekte.

Aus den Reihen der Teilnehmer kam die konkrete Anregung, Romberg solle selbst unter die Gartenblogger gehen. Dieser Vorschlag wurde umgehend in die Tat umgesetzt. „Diese Rombergs“ starteten Anfang 2013 ihren eigenen Blog und führen Hobbygärtner seit dem kompetent mit Tipps und Tricks durch das Gartenjahr. Die Beiträge drehen sich jedoch nicht nur ums Gärtnern, oft vermitteln sie auch überraschend offene Einblicke in das Unternehmen. Fragestellungen, zu denen intern gestritten wird, werden gezielt nach außen getragen, um interessierte Kunden an den Diskussionen teilhaben zu lassen und sie nach ihrer Meinung zu fragen. Allen voran der ehemalige Geschäftsführer, Roland Reiser – ein Mann, der bis zum Ausscheiden aus seinem Amt von sich behauptete, in seinem Leben noch nie eine SMS oder eine E-Mail geschrieben zu haben und der deswegen seine monatlichen Kolumne konsequent handschriftlich verfasste – und damit das „Offline-Bloggen“ kreierte.

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Die offene Diskussionskultur der Rombergs und die Bereitschaft, sich im Rahmen der Einführungskampagne für die POP UP Erden erstmals auch auf den Endkunden einzulassen, erfuhr jedoch außerhalb des Web ihren Höhepunkt. Im Frühjahr 2014 eröffnete Romberg – passend zum Produktnamen – einen POP UP Store im Hamburger Schanzenviertel. An den Öffnungstagen hatten die Nachbarn in der Schanze die Möglichkeit die Mitarbeiter kennenzulernen, sich über Hobbygartenthemen im persönlichen Gespräche zu informieren und nicht zuletzt, sich von ihnen das Aufquellen der POP UP Erden demonstrieren zu lassen.

Das Ergebnis

Vor drei Jahren als „Grünschnäbel“ im Social Web gestartet, haben sich die Rombergs mit ihrem Blog im Netzwerk der Online-affinen Hobbygarten-Fans inzwischen einen guten Namen gemacht. Mit den Aktivitäten in Social Media ist es dem Unternehmen gelungen, neben den klassischen Vertriebskanälen, auch im Bereich E-Commerce Fuß zu fassen.