Die Herausforderung

In Stephan M. Rothers Thriller „Ich bin der Herr deiner Angst“ verbreitet ein Serienmörder in Hamburg Angst und Schrecken. Schnell wird dabei klar, dass Phobien und Ängste bei dieser Mordserie eine große Rolle spielen. Vor dem Hintergrund dieses starken Themas hat sich der Rowohlt Verlag entschlossen, den ersten Thriller des Autors mit einem Alternate Reality Game ins Gespräch zu bringen. So sollte potentiellen Lesern sowie ARG-Fans schon vor der Veröffentlichung des Buches das Fürchten gelehrt werden.

Die Idee

Knapp fünf Wochen hielt das Alternate Reality Game eine Gruppe unfreiwilliger Ermittler in Atem. Nachdem Ende Februar mysteriöse Pakete auftauchten, startete ein spannendes Abenteuer, das seine Teilnehmer in die tiefen Abgründe einer vergangenen Mordserie in Hamburg hineinzog. Neun Phobien-Karten deuteten schon von Anfang an darauf hin, dass dieses ARG nichts für Zartbesaitete war. Der „Herr der Angst“ lockte die Spieler in einen düsteren Keller und schaffte es, Christin – eine junge Journalismus-Studentin – in seine Gewalt zu bringen.

Der Entführer begann nun alle 48 Stunden eine neue Aufgabe zu stellen, die die unfreiwilligen Ermittler lösen mussten – wenn sie Christin vor Schlimmerem verschonen wollten. Alle Aufgaben hatten etwas mit einer vergessenen Mordserie aus den 80er Jahren zu tun. Ständig schwebte dabei die Frage im Raum, wer dieser „Herr der Angst“ ist und warum er soviel Wert darauf legte, die Gräueltaten der Vergangenheit wieder ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

Nach knapp drei Wochen, die Christin in Gefangenschaft verbrachte, kam es am 31. März 2012 zum Showdown. Der Entführer nannte dieses Event seine „Vernissage“. Tatsächlich aber hatte er die Hansestadt in ein Panoptikum der Angst verwandelt. In einem Wettlauf gegen die Zeit mussten die Spieler seine gruseligen Installationen der Angst finden, um Christins Leben zu retten. Am Ende mussten sie aber einsehen, dass sie gescheitert waren. In einem Abbruchhaus fanden sie nur noch eine letzte Botschaft des „Herrn der Angst“.

Christin ist tot und vom Entführer fehlt weiterhin jede Spur. Klar ist nur, dass dieses erste Auftauchen des „Herrn der Angst“ nur der Anfang war. Das Finale wurde für die Spieler und weitere Fans von einer Autorenlesung im Hamburger Eiskeller gekrönt.

Alle Installationen der Vernissage hat der Entführer selbst auf YouTube veröffentlicht. Dort hat er seine Hommage an den Mörder aus den 80ern noch mit dessen Originalaufzeichnungen versehen, in denen er davon erzählt, wie seine echten Opfer zu Tode kamen.

Das Ergebnis

Dieses ARG hat die Thrillerfans wirklich in den Bann gezogen. Ein herausragendes Spieler-Involvement, das sich nicht zuletzt an der Anzahl der Foren-Posts ablesen lässt und hunderte von Fotos in Social Media Kanälen, um die Aufgaben des Entführers zu lösen – all das zeigt deutlich, dass man einen Titel auch mit furchteinflössenden Maßnahmen ins Gespräch bringen kann.

 

Video: Die Kanal 9-Reportage im Rahmen des Alternate Reality Games

 

Video: Der Trailer zum Buch „Ich bin der Herr deiner Angst“

 

Video: Das Autoren-Feature zu Stephan M. Rother

 

Links

Die Website zum Alternate Reality Game

Die Website des Entführers