Die Herausforderung

Aufbau einer Fan-Community im Zuge der Veröffentlichung des 4. Psycho-Thrillers von Sebastian Fitzek

Die Idee

Rückblende: Im Herbst 2008 machten erschreckende Nachrichten die Runde, sowohl über den Zustand als auch über den Verbleib des Berliner Thriller-Autors Sebastian Fitzek. Während einer Lesung wurden seine Fans Zeuge wie Fitzek zum Schutze vor sich selbst und den Zuhörern in einer Zwangsjacke und in einem Rollstuhl auf die Bühne gekarrt wurde. War der Autor über das Schreiben seines Buches “Der Seelenbrecher“ wahnsinnig geworden, wie er sein Publikum glauben machen wollte? Ist er im Anschluss an die bizarre Buchpremiere etwa wirklich spurlos verschwunden? Und wird er seit dem, wie hartnäckige Gerüchte behaupten, im wahren Leben von einem Doppelgänger verkörpert?

Der gelbe Zettel: In „Der Seelenbrecher“ geht es um ein psychologisches Experiment, dass ein Berliner Professor an einigen seiner Studenten durchführt, in dem er ihnen eine Patientenakte zu lesen gibt. Dabei geht es ihm um die Frage, ob die Akte in der Lage ist, das Bewusstsein ihrer Leser zu verändern. Durch einige inhaltliche Verweise und eine entsprechende Auszeichnung der Buchseiten, wird dem Leser der Eindruck vermittelt, er studiere eben jene Patientenakte wie die Figuren im Buch und nehme am gleichen Versuch, dem sogenannten Alzner-Experiment teil. Dieser Eindruck kulminiert auf Seite 346, bei deren Aufschlagen die verstörten Leser einen kleinen eingeklebten Post it-Zettel mit der Aufschrift 131071vl@alznerexsperiment.com entdeckten.

Das Arbeitszimmer: Die Spur des gelben Zettels führte auf eine rätselhafte Website, auf der Fitzek seinen Lesern Einblicke in sein abgründiges kreatives Ich erlaubt. Es handelt sich offensichtlich um das Arbeitszimmer des Autors, das mit verschiedenen morbiden Einrichtungsgegenständen ausgestattet ist wie zum Beispiel Reagenzgläser mit eingelegten Tierkadavern. Wer die ausgelegten Hinweise und Rätsel richtig zu deuten vermag, der bahnt dich den Weg in ein internes Forum, in dem sich die Fitzek-Fans austauschen.

Die Fan-Experience: Wer einmal in den Bann des Arbeitszimmers geraten war, den ließ es so schnell nicht wieder los. Denn immer wieder änderte sich dessen Inhalt und neue Rätsel mussten gelöst werden. So tauchte beispielsweise schon bald eine neue Nachricht auf dem Anrufbeantworter auf, die zu einem verschlüsselten Hilferuf führte. Unter den Fans erhärtete sich dadurch der Verdacht, dass es sich bei dem Absender um keinen Geringeren als den Autor selbst handelte und sie machten sich auf eine sechswöchige Suche, die sich um die Stoffe und Figuren, der vier bisher erschienenen Fitzek-Thriller drehte. Eine Etappe führte die Fans in einer eiskalten Winternacht hinaus aus dem Zimmer in die reale Welt zum Schauplatz des „Seelenbrechers“ auf den Berliner Teufelsberg, wo im Unterholz eine Geschenkbox mit einem Schlüssel vergraben war.

Der Showdown: Die mutigen und unerschrockenen unter den Fans trafen sich kurz vor Weihnachten in einem still gelegten Berliner Krankenhaus um sich auf die Suche nach dem verschollenen Autor zu machen. Bei ihrer Jagd durch die verlassenen Flure und Zimmer der Einrichtung wurden sie von der Online-Gemeinde aktiv unterstützt, die dem Geschehen über Webcams folgen konnte. Nachdem alle Rätsel gelöst waren, konnte Sebastian Fitzek aus seiner einsamen Zelle befreit werden. Wie sich herausstellte, hatte der Autor seine Zeit in der Zwangsklausur gut genutzt, denn bei ihm fanden die Fans auch das fertige Manuskript seines nächsten Buches „Splitter“. Daraus las Sebastian Fitzek dann zum Abschluss im Hörsaal des Krankenhauses das erste Kapitel. Die Lesung und die anschließende Diskussion wurden live ins Internet übertragen.

Instrumente

• Strategie- und Konzeptentwicklung für das Fan Relationship Management
• Konzeption einer Website mit angegliedertem Fan-Forum
• Planung und Produktion einer „Fan-Experience“
• Durchführung einer Online Live-Lesung
• Management des Fan-Dialogs
• Erfolgskontrolle

Das Ergebnis

  • „Der Seelenbrecher“ ist mit über 300.000 verkauften Exemplaren Fitzeks bislang erfolgreichstes Buch
  • Ohne klassische Werbemaßnahmen ist auf alznerexperiment.com eine engagierte Fan-Community entstanden

 

Links

Ein Fan-Video