Pizza Talk III: Shitstorm-Vortrag auf der Sunbelt XXXIV

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Gestern war Showtime für die neusten Erkenntnisse aus der Shitstorm-Forschung. Bühne war die Sunbelt-Konferenz, auf der es um die Soziale Netzwerkanalyse geht und die in diesem Jahr in St. Pete Beach, Florida stattfindet. Die „Pizza Talks“ sind eine lose Serie von Vorträgen, die sich um wissenschaftliche Aspekte des Viralen Marketings drehen, ins Leben gerufen von meinem Forscherkollegen Prof. Jürgen Pfeffer von der Carnegie Mellon University und mir.

Um unsere empirischen Beobachtungen und Überlegungen zum Shitstorm-Phänomen zu veranschaulichen haben wir uns ein Ereignis näher angeschaut, das im vergangenen Jahr in den USA für Aufsehen gesorgt hat: das „Rolling Stone“-Cover, das den mutmaßlichen Bombenleger des Boston-Marathons Dzhokhar Tsarnaev auf dem Titelbild zeigte. Ausgewertet haben wir US-Tweets mit Geo-Tag, die im Zuge einer Langzeiterhebung gesammelt wurden.

Bei der Analyse der Daten fiel unter anderem auf, dass beim „Rolling-Stone-Firestorm“ Bots und Spammer keine unwesentliche Rolle gespielt haben. Diese Accounts greifen offenbar gezielt die Trending Topics ab, um ihre Follower-Anzahl zu erhöhen. Diese Beobachtung lässt den Schluss zu, dass der Ausbau der eigenen sozialen Reichweite eine weiterer Erklärungsansatz sein könnte, warum sich Menschen an einem Shitstorm beteiligen.



Von Thomas Zorbach am 22. Februar 2014
in Shitstorms, Social Media, Theoretische Aspekte, Vorträge & Seminare, Wissenschaft

Von vm-people am 4. August 2009
in Theoretische Aspekte

Die Kunst des Zuhörens: Zu Gast bei den 9. Göttinger Strategiegesprächen

Am Freitag habe ich eine Exkursion nach Göttingen unternommen, wo zwei kleine Traditionen ihre Fortsetzung fanden. Bereits zum neunten Mal lud die Private Fachhochschule vor Ort zu ihren Strategiegesprächen. Und zum zweiten Mal nach 2005 war vm-people an der Hochschule zu Gast.

Eingeladen hatte damals wie heute Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof, der an der Hochschule Allgemeine Betriebswirtschaftslehre lehrt. Das ist der Mann, der auf dem Foto so grimmig dreinschaut, obwohl es dafür eigentlich gar keinen Grund gab, denn die Veranstaltung war informativ, gut strukturiert und perfekt organsiert.

Als Dach für die diesjährige Veranstaltung hatten Prof. Dr. Riekhof und seine studentischen Mitorganisatoren ein Thema gewählt, das viele Facetten umfasst und das uns bei vm-people schon länger umtreibt: „Customer Insights. Wissen, wie der Kunde tickt.“ Ich habe dazu einen Vortrag mit dem Titel: „Die Kunst des Zuhörens“ gehalten. Ausgehend von einer durch persönliche Erfahrungen geprägten Kulturgeschichte des Zuhörens im Bereich Marketing und Werbung habe ich drei Fallbeispiele aus unserem Wirkungskreis vorgestellt.

Beispiel „TOMs Book“ – Zuhören, um sich zu verändern: In unserer viralen Kampagne für die Zeitung werden die Einsichten von den Teilnehmern gleich mitgeliefert in Form der Einträge, die sie produzieren. Zentrale Erkenntnis: Jugendlichen interessieren sich durchaus auch für „erwachsene“ Themen.

Mein Vortrag lebte in erster Linie von Bildern und den Geschichten, die ich dazu erzählt habe. Ich stelle ihn hier trotzdem als Download zur Verfügung. Die Beiträge der Referenten sollen zu einem späteren Zeitpunkt als Sammelband im Gabler-Verlag veröffentlicht werden. Vielen Dank an Prof. Dr. Riekhof für die Einladung und die gelungene Veranstaltung und bis zum nächsten Mal.



Von vm-people am 10. Mai 2009
in Theoretische Aspekte, Vorträge & Seminare

Watts vs. Gladwell: Who is right?

It’s almost a year now that Duncan Watt’s article „Is the Tipping Point toast?“ was published in Fast Company. The piece received a lot of attention amongst marketers because Watts was challenging the widely accepted opinion, that influential people play an important role in the distribution of viral and word-of-mouth phenomena.

I found that the article was contradictory to my practical experience and it was also interesting to see how the antithesis of Malcolm Gladwell’s Tipping Point theory spread through the internet by exactly the same patterns that Watts was denying.

Nevertheless, the academical fight Watts vs. Gladwell encouraged us at vm-people to dig a bit deeper here. That’s why the question „Do influentials matter?“ is the subject of the talk we will be giving at the Sunbelt Social Network Conference in San Diego, taking place from March 10th to March 15th. We joined Sunbelt in Florida last year and we are really looking forward to meet the community of Social Networking Analysts again.

Here is the abstract:
Pizza Talk 2: Do Influentials matter?

In 2000 Malcolm Gladwell wrote his popular book “The Tipping Point: How Little Things Can Make a Big Difference”. He described different groups of actors which are necessary for the diffusion of information, ideas or new products. At the same time and boosted by the book of Gladwell the field of viral marketing emerged. The main target of viral marketing is to systematically plan and stimulate word of mouth. Viral marketers try to put this into practice by identifying influentials within a target network and infecting them with a contagious message. By delivering a contagious message to only a few people they try to achieve epidemic growth.

In 2007 Duncan Watts argued the converse of these ideas. Watts proclaimed that influentials have no special effect in setting trends or stimulating social epidemics. He negated that some people matter more than others and brought forward the argument of big seeding in place of looking for targeted starting points.

In this presentation we try to give answers to the question whether influentials matter or not in context of viral diffusion. We present theoretical considerations as well as outcomes of simulation experiments. In addition we present practical implications for the work of viral marketers and the adoption of our findings into a successful viral marketing campaign.

Thanks to Jürgen Pfeffer for his great support!



Von vm-people am 14. Februar 2009
in Theoretische Aspekte

Wie wichtig sind Superspreader?

Die Superspreader-Theorie besagt, dass wenige Akteure in der Lage sind, für eine weitreichende Verbreitung in einem Netzwerk zu sorgen. Dass man die Theorie als Erklärung für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten heranziehen kann, wurde bereits am Beispiel von SARS nachgewiesen.

Amerikanischen Wissenschaftler haben das Superspeading-Muster jetzt erstmals bei wildleben Säugetieren beobachtet. SPIEGEL Online berichtet heute darüber wie die Forscher die Übertragungswege von Hantaviren bei Hirschmäusen untersucht haben.

Dass die 20/80-Regel auch für die Planung von viralen Maßnahmen eine Rolle spielt hat seit Malcolm Gladwells „Der Tipping Point“ niemand bezweifelt. Bis Duncan Watts diesen Glaubenssatz des Viralen Marketings im letzten Jahr in einem Artikel in Frage gestellt hat.

Wir haben die darüber aufflammende Diskussion wie wichtig Superspreader eigentlich sind zum Anlass genommen, an dieser Stelle tiefer zu schürfen. Erste Ergebnisse unserer Forschung werden Jürgen Pfeffer und ich in einem Vortrag mit dem Titel „Do Influentials matter?“ auf der Sunbelt-Konferenz (10. – 15. März 2009)in San Diego vorstellen.

(via SPIEGEL Online)



Von vm-people am 7. Januar 2009
in Theoretische Aspekte