Fitzek vs. Rhode: Wenn die Romanfigur ein Eigenleben entwickelt

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Sebastian Fitzek hat sich bei Thriller-Fans auch deswegen einen Namen gemacht, weil seine Geschichten oft die Welt des Buches sprengen und für den Leser die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Mit seinem Roman „Das Joshua Profil“ hat der Autor dieses Prinzip noch einmal auf ein neues Level gehoben.

Denn Max Rhode, die Hauptfigur von Fitzeks neuem Thriller – im Gegensatz zu Fitzek ein eher erfolgloser Schriftsteller – begann bereits lange vor dem Erscheinungstermin, lebendig zu werden. Findige Fans ermittelten im Rahmen einer Online-Experience, die von vm-people umgesetzt wurde, dass Rhodes Erstlingswerk, der Horror-Thriller „Die Blutschule“, ebenfalls als Buch erschienen ist.

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Foto: Sandra Fitzek

Zum großen Showdown auf der Frankfurter Buchmesse erschien dann zunächst nicht wie angekündigt Sebastian Fitzek, sondern der ominöse Max Rhode. Dieser ließ keine Gelegenheit aus, seinen bekannten Kollegen durch den Kakao zu ziehen. Beim anschließenden Meet & Greet tauchte Fitzek dann schließlich doch noch auf und ließ keine Frage unbeantwortet.
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Foto: Simone Müller



Von Thomas Zorbach am 16. Oktober 2015
in Allgemein

Tag der Untoten: vm-people startet transmediale Zombie-Experience

Die Geschichte beginnt mit einem Facebook-Post. Im Frühjahr letzten Jahres schrieb ich aus einer Laune heraus an meine Pinnwand, dass ich mit einem Zombie-ARG liebäugele und bat interessierte Freiwillige, Filmschaffende oder Autoren sich bei mir zu melden. Noch am gleichen Tag bekam ich zu meinem großen Erstaunen erste Fotos von einigen „zombifizierten“ Facebook-Freunden zugespielt. Andere bekannten in Kommentaren oder per Mail, das sie große Zombie-Fans seien und das es schon immer ihr größter Traum war, in einem Zombie-Film mitzuspielen.

Einige Wochen später flatterte dann ein Manuskript in mein virtuelles Postfach. Der Verlag hatte gerade einen Zombie-Titel ins Programm gehievt und von meiner kleinen empirischen Erhebung in meinem Umfeld Wind bekommen. Es handelte sich um ein Jugendbuch, ein Terrain also, das in den letzten Jahren vornehmlich von Vampiren regiert wurde. In Anbetracht des kleinen Begeisterungssturms, den mein Posting verursacht hatte, fiel es mir nicht schwer, die Frage, ob ich mir vorstellen könne, den Titel viral zu vermarkten, mit „Ja“ zu beantworten.

Nach eineinhalb Jahren Vorlauf ist es nun endlich soweit und unsere Geschichte rund um die Untoten geht heute an den Start. Wie schon so oft haben wir uns dabei wieder einiges vorgenommen. Vor allem aber wollen wir, abseits der altbewährten ARG-Pfade, mit transmedialen Formaten experimentieren. Die Experience trägt den Titel „Untot in Deutschland“ und führt Elemente wie Crowdsourcing, Gamification, Rollenspiel und Film in einem Erzählkosmos zusammen. Inwiefern dieser Ansatz tragfähig ist, darüber wird wie immer allein das Publikum entscheiden.

Der Auftakt jedenfalls war recht vielversprechend: Eine Organisation namens „Zentrale zur Abwehr Untoter“, kurz ZAU, machte in den letzten Tagen durch den Versand eines Zombie Survival Guides von sich reden. Das seltsame Regelwerk, dass an nichtsahnende Netzbürger gesendet wurde und das mit hilfreichen Tipps zur Prävention, Termination und Dekontamination im Falle einer Zombie-Epidemie aufwartet, rief großes Interesse vor. Auf der offiziellen Webseite der ZAU haben sich in nur zwei Wochen rund 1.000 Unerschrockene registriert, die bereit sind, den Kampf gegen die Untoten aufzunehmen.

Was nach Ablauf des Countdowns, am Montag um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit geschieht, wissen momentan nur einige Eingeweihte an der Graduate School of Library and Information Science an der University of Illinois in Urbana-Champaign. Nach dem ich dort letzte Woche im Rahmen einer Vorlesung von der Untot-Experience und einigen anderen Projekten der jüngeren Vergangenheit berichtet habe, fragte mich ein offensichtlich leicht verstörter Student, ob sich unsere Produktionen immer nur um Mord, Horror oder Katastrophen drehen und ob das die Voraussetzung für den Erfolg in Transmedia sei.

Ich habe ihm geantwortet, dass Transmedia Storytelling von guten Geschichten lebt, ganz egal, aus welchem Genre sie stammen und das ich liebend gerne zum Beispiel einmal eine Lovestory für einen Titel aus der Gattung Chicklit oder Love and Landscape plattformgreifend inszenieren würde. Zugegeben, ich schreibe diese Zeilen hier nicht ganz ohne die Hoffnung, dass sie von einem mutigen Autor oder einem experimentierfreudigen Verlag gelesen werden und das demnächst vielleicht eine andere Geschichte mit diesem Posting hier beginnt. Freiwillige vor!

Die Webseite der Zentrale zur Abwehr Untoter
Facebook-Seite der ZAU
Tumblr-Blog



Von Thomas Zorbach am 24. September 2012
in Allgemein, Transmedia Storytelling

Kaninchengespräche #004: Der Verlag – Vom Leser zum Erleber?

Zu den Fragen, die mir häufig gestellt werden, zählen diejenigen, die sich um die Produktionsbedingungen eines Alternate Reality Games drehen, also zum Beispiel wie viel Vorlaufzeit für die Planung benötigt wird, in welcher Weise der Auftraggeber am Entwicklungsprozess beteiligt ist und welcher Aufwand für die Mitarbeiter dabei konkret entsteht.

Jennifer Jones, Digital Manager beim Rowohlt Verlag war so nett und hat diese und viele andere Fragen sehr ausführlich und ehrlich beantwortet. Hintergrund bildet die Erfahrung des Verlags mit dem Transmedia Storytelling Projekt „Ich bin der Herr deiner Angst“. Sie erzählt auch, was den Verlag bewogen hat, eine ungewöhnliche Marketingmaßnahme wie diese durchzuführen, welche Kriterien bei der Titelauswahl eine Rolle gespielt haben und wie man die Aktion im Verlag bewertet.

Alice-Workshop: Alles beginnt mit einem gemeinsamen Brainstorming. Mit dabei Jennifer Jones, im Bild hinten links.

Kaninchengespräche #004: Der Verlag – Vom Leser zum Erleber? by vm-people

Das Interview führte, wie immer, Patrick Breitenbach. Der Intro-Track by Codex Machine, “You can never escape the underground”, auch wie immer.

Dieser Podcast ist Teil einer Mini-Serie um die Themen Immersion, Transmedialitä und Storytelling:

Kaninchengespräche #001: Der Puppetmaster – ein moderner Geschichtenerzähler packt aus
Kaninchengespräche #002: Das Publikum – Mittendrin statt nur dabei
Kaninchengespräche #003: Der Autor – Lost in Storyspace?
Kaninchengespräche #004: Der Verlag – Vom Leser zum Erleber?



Von Thomas Zorbach am 15. Juni 2012
in Allgemein

Munkelnd in München

Seid gespannt: Zoë Beck und das Weisse Kaninchen haben etwas ausgeheckt!



Von Thomas Zorbach am 23. Mai 2012
in Allgemein, Das weiße Kaninchen, Journey 2012

Bye bye California, Bună ziua România!

Ich habe meinen Aufenthalt in den USA für einige Wochen unterbrochen, nicht aber meine Reise. Nach einem kurzen Boxenstopp in Berlin, bin ich gleich wieder in die entgegengesetzte Richtung aufgebrochen, nach Osten, in ein Land, von dem ich bislang, ehrlich gesagt, kaum etwas wußte, abgesehen davon, dass es die Popkultur durch seinen extrem exportfähigen Volksglauben bereichert hat. Die Rede ist von Rumänien und meine Reise führt mich genau dort hin, wo dieser Volksglaube, in dessen Zentrum blutsaugende Nachtgestalten stehen, seinen Ausgang nahm, in die Karpaten.

Der Anlass meiner Reise bildet jedoch nicht die Einladung eines ominösen Grafen auf sein Schloss, deswegen haben das Weiße Kaninchen und ich wohl nichts zu befürchten. Zumindest hoffen wir das. Bereits im letzten Jahr hatte ich das große Vergnügen am mediacampus frankfurt einen Vortrag vor einer Delegation rumänischer Verlagsvertretern zu halten. Bei meinem Trip handelt es sich sozusagen um meinen „Gegenbesuch“. Das zweitägige Seminar, das in Sinaia stattfindet und an dem 30 Vertreter aus den wichtigsten rumänischen Verlagen teilnehmen, trägt den Titel „How to win true fans : Strategic marketing for publishers in the digital age“.

Programm:
18. + 19. Mai 2012

Session #1: Introduction –
The Economic Value of Fandom and Why Publishing Houses May Profit

Session #2: Viral Marketing –
Fresh Insights from the Laboratories of the Publishing Industry

Session #3: Social Media –
A Publisher‘s Guide Through the Google-Galaxy

Session #4 – Transmedia Storytelling –
How to Monetize your Content beyond One Single Platform

Ich bin gespannt und werde berichten!

Foto: Peles-Castle, Sinaia by Gabi Jugma



Von Thomas Zorbach am 17. Mai 2012
in Allgemein, Das weiße Kaninchen, Journey 2012, Vorträge & Seminare