Ein moderner Geschichtenerzähler packt aus: Transmediale Produktionsnotizen #HdA01

Transmedia Storytelling findet in Deutschland als Erzählform im Kulturbereich, aber inzwischen auch in der Wirtschaft immer mehr Beachtung, inbesondere die derzeit bekannteste Anwendung – das Alternate Reality Game. Was sind die Eigenheiten dieser narrativen Technik; wie sieht der Schöpfungsprozess aus; und wie wirkt eine transmedial erzählte Geschichte auf das Publikum? Das sind nur einige der Fragen, die ich im Rahmen einer kleinen Reihe mit dem Titel „Transmediale Produktionsnotizen“ hier im Blog aufgreifen möchte.

Der Anlass bildet das gerade zu Ende gegangene Alternate Reality Game „Ich bin der Herr deiner Angst“, das vm-people für den gleichnamigen Thriller von Stephan M. Rother für den Rowohlt Verlag produziert hat. Die Absicht ist es, die neue Erzählform, die sich gerade entwickelt, aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, um sie dadurch greifbarer zu machen. Zu Wort kommen, sollen die unterschiedlichen Beteiligten, neben den Puppetmastern (die Erzähler und Spielleiter), auch die Auftraggeber, der Autor, und die Teilnehmer.

Los geht’s mit einem Interview mit Sebastian Müller, Puppetmaster des ARG, das Patrick Breitenbach und Solveig Gwendolin Schwarz von der Karlshochschule International University geführt haben. Darin geht es unter anderem um die Frage wie man eigentlich zum Transmedia Storyteller wird. Denn während sich der Transmedia Producer in den USA inzwischen zu einem anerkannten Berufsbild gemausert hat, sind die vernetzt denkenenden und medial ungebundenen Erzähler hierzulande noch dünn gesät.

Interview anhören 

 



Von Thomas Zorbach am 12. April 2012
in Aktuelle Fallbeispiele, Alternate Reality Games, Das weiße Kaninchen, Transmedia Storytelling

ARG-Showdown in Hamburg: „Ich bin der Herr deiner Angst“

Vormals ein Nischenphänomen, haben Alternate Reality Games als Spiel- bzw. Erzählform im deutschsprachigen Raum inzwischen eine breite Anhängerschaft gefunden. Einerseits steigt die Zahl der ARG-Begeisterten und Kaninchenfreunde von Produktion zu Produktion. Anderseits sind Entscheidungsträger in den Unternehmen, allen voran die Buchverlage von der Wirksamkeit eines ARGs als Marketinginstrument inzwischen überzeugt. Erst kürzlich wurde unsere Produktion „Play the player, not the cards“ für den Thriller „Der Regler“ auf der Leipziger Buchmesse mit dem BuchmarktAward in Silber in der Königsdisziplin Bestseller-Marketing gewürdigt. Alternate Reality Games sind jedoch weit mehr als eine Werbeform, in der mit „medialen Tricks“ versucht wird, vordergründig um die Aufmerksamkeit potenzieller Leser zu heischen, auch wenn das klassische Medien wie der Tagesspiegel, noch immer nicht so ganz verstanden haben.

Aufmerksamkeit spielt im im aktuell laufenden ARG „Ich bin der Herr deiner Angst“, das heute in Hamburg auf sein Finale zusteuert, Story bedingt jedoch eine bedeutende Rolle. Die transmedial inszenierte Geschichte dreht sich um einen unbekannten, offensichtlich psychopatischen Entführer, der es darauf abgesehen hat, das eine längst verdrängte Mordserie aus den 1980er Jahren wieder ans Licht der Öffentlichkeit kommt. Über die Webseite Anxiferum wurde den Teilnehmern Aufgaben und Rätsel gestellt, die sich allesamt um Ängste drehten. Was damals in Hamburg geschah, dokumentiert eine TV-Reportage aus dem Jahr 1988. Der fingierte Bericht ist „In-Game“, wie es im Produzenten-Sprech heißt, er ist ein Teil der Inszenierung und birgt wichtige Hinweise für die ARG-Ermittler.

Die Reportage zeigt aber auch, was ein ARG, neben der Aufmerksamkeit, die es zweifellos für den gleichnamigen Titel erzielen soll, zu leisten im Stande ist: nämlich die Nähe zu einem im Krimi- und Thriller-Bereich noch unbekannten Autor herzustellen. Stephan M. Rother (im Bild rechts), selbst ein erfahrener und begeisterter Rollenspieler verkörpert darin einen der Ermittler aus seiner Geschichte. Ein solcher Einsatz, die Bereitschaft zur Interaktion, ist genau das, was einen Leser unmittelbar in einen Fan verwandeln kann.
Und das ist bei Weitem noch nicht alles. Mehr soll aber an dieser Stelle im Hinblick auf den nahenden Showdown nicht verraten werden.

Wer kurzfristig den Weg nach Hamburg antreten möchte, um beim ARG-Finale dabei zu sein, meldet sich am besten im Spieler-Forum.

Für die  Leute, die das Geschehen am Rechner verfolgen wollen, gibt’s wie immer einen Live-Stream.

Lovelybooks überträgt ab 21:00 Uhr live die Weblesung mit Stephan M. Rother

Das Buch erscheint am 2. April im Rowohlt Verlag und kann hier oder hier bestellt werden.

NACHTRAG: Die Allgemeine Zeitung berichtet über den Autor und seine Beteiligung am Alternate Reality Game



Von Thomas Zorbach am 31. März 2012
in Aktuelle Fallbeispiele, Alternate Reality Games, Das weiße Kaninchen, Transmedia Storytelling

Auf der Suche nach
dem Schatz der Thalia

Wer in diesem Sommer zum Sonnen an den Strand fährt, hat sicher die eine oder andere Strandlektüre dabei. Für all die Anderen gibt es ab sofort die Möglichkeit, sich auf die spannende Thalia Spuren- und Schatzsuche zu machen. In 10 Städten Deutschlands geht es ab sofort ab ins kühle Grün, um auf einem Weg von mehreren Stationen eine Geschichte zu errätseln. Den Auftakt macht dabei Nürnberg und Städte wie Kassel, Hamburg, Karlsruhe, Berlin und andere werden folgen. Die Stationen der Spurensuche werden dabei genau für eine Woche in den jeweiligen Städten ausgelegt.Um sich auf die Suche zu begeben, lädt man sich einfach von der Aktionsseite auf Thalia.de das zur Stadt gehörige PDF-Dokument herunter. Es enthält unter anderem den Anfang einer Geschichte, eine Illustration sowie ein Rätsel, dessen Lösung den Ort der nächsten Station preisgibt. In der nächsten Station geht die Geschichte dann weiter und man erhält wieder ein Rätsel und so fort, bis man die letzte Station und somit das Ende der Geschichte gefunden hat.Sowohl die Geschichten als auch die Rätsel sind dabei je nach Stadt für verschiedene Altersgruppen ausgelegt, sodass man seine gesamte Familie mit auf eine spannende Schatzsuche und somit auf ein spannendes Erlebnis nehmen kann.Wir wünschen Happy Hunting und viel Erfolg bei der Schatzsuche!



Von vm-people am 15. Juni 2011
in Aktuelle Fallbeispiele

Einladung zur Filmpremiere

Nach zahlreichen Interviews, vielen zurückgelegten Kilometern und einer Menge Diskussionen haben wir nun das Filmmaterial gesichtet und möchten Euch zur Filmpremiere „A Journey to Simplicity“ einladen. Anmelden könnt ihr Euch dazu bei Facebook. Bei “Journey to Simplicity” wird eine Reise quer durch Deutschland von
einem ungleichen Paar angetreten: der jungen Journalistin Clara und
ihren Großvater Viktor. Gemeinsam treffen sie an verschiedenen Stationen auf eine Vielzahl spannender Mernschen und Interviewpartner, um immer tiefer in das Thema „Digitale Zukunft“ einzusteigen.

Einfach Clara“ ist eine Social Media Experience die mit der Unterstützung von Microsoft Deutschland zum Launch von Windows 7 durchgeführt wird.



Von vm-people am 3. Februar 2011
in Aktuelle Fallbeispiele

Offenes Journal zum Jubiläum: Leser machen das Diabetes-Journal

Zum 60. Jubiläum des Diabetes-Journals, ist der Kirchheim-Verlag mit einer ganz besonderen Idee an uns herangetreten. Statt schnöder Party mit langen Reden, wollen sie lieber ihre Leser zu Wort kommen lassen. Gemeinsam mit 15 Leser-Redakteuren wird der Fachverlag eine bisher einmalige Ausgabe des Diabetes-Journals heraus bringen: Ein ganzes Heft von und für Typ-1-Diabetiker.

Wir freuen uns, diesen Prozess begleiten und moderieren zu dürfen. Denn das gesamte Heft, vom Layout bis zu den Artikeln wird von den Lesern selber gestaltet. Die Redaktionsphase wird in einem Aktionsblog begleitet und auf Facebook vernetzt.

Ganz zu Anfang stand ein Open-Space-Workshop mit allen Teilnehmern, wo gemeinsam das Konzept für das Heft, die Ideen für die Artikel und die weitere Zusammenarbeit besprochen wurde. Seitdem finden aller 2 Wochen Online-Redaktionskonferenzen statt, die Teilnehmer treffen sich zu Foto-Shootings und diskutieren ihre Artikel in einer Online-Group.

Alle Beteiligten sind hoch motiviert und fiebern dem Erscheinungstermin im März 2011 ungeduldig entgegen.

Der Trailer zum Open-Journal:



Von vm-people am 22. November 2010
in Aktuelle Fallbeispiele