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Quelle: Norddeutscher Rundfunk

Heute Abend findet er statt: der 61. Eurovision Song Contest. Und ja, höchstwahrscheinlich werde ich ihn mir auch in diesem Jahr ansehen – nur wegen der spitzen Kommentare von Peter Urban, versteht sich!

Natürlich interessiert mich besonders, welchen Platz Deutschland am Ende belegen wird. Und damit bin ich nicht allein: Im Schnitt schaltet jedes Jahr etwa ein Drittel der Fernsehzuschauer ein, wenn es heißt »Our 12 Points go to …«! Damit verfügt der ESC in Deutschland über eine beachtliche Fan-Base und nicht wenige der Fans werden auch in diesem Jahr extra für den Wettbewerb nach Stockholm reisen oder in Hamburg bei der offiziellen Public Viewing Party dabei sein.

Und gerade im Vorfeld des diesjährigen ESC konnten wir einige Beobachtungen über die Fans anstellen, die sich auch allgemein auf Fan-Kulturen und deren Ansprüche übertragen lassen.

#1 Fans wollen nicht übergangen werden

Anders als in den vorherigen Jahren wollte der NDR zum 61. ESC keinen im Vorfeld stattfindenden Wettbewerb durchführen, um den deutschen Vertreter für den Grand Prix mit Hilfe der Fans zu ermitteln. Der Sender entschied, dass (der durchaus polarisierende) Xavier Naidoo konkurrenzlos für Deutschland ins Rennen geschickt werden sollte. Doch da hatten die Verantwortlichen die Rechnung ohne die Fans gemacht: Neben der Diskussion über Xavier Naidoo selbst, löste die Meldung, dass die Fans nicht selbst über den ESC-Teilnehmer abstimmen können, innerhalb kürzester Zeit eine riesige Protestwelle im Social Web aus!

#2 Fans wollen mitreden

Aus der Tatsache, dass Fans nicht übergangen werden wollen, ergibt sich der nächste Fakt: Sie lieben es, wenn sie nach ihrer Meinung gefragt werden! Denn das stellt für sie eine Art der Wertschätzung dar, die mit Gold nicht aufzuwiegen ist! Wichtig: Nur fragen reicht nicht! Man muss auch zuhören, was geantwortet wird und das Feedback entsprechend verarbeiten!

#3 Fans haben Macht

Unseren letzten Fakt sollten Unternehmen, Autoren, Musiker, und generell jeder, der mit Fans zu tun hat, niemals vergessen: Fans haben die Macht! Und genau diese Macht hat den NDR beim ESC auch dazu veranlasst, die Nominierung von Xavier Naidoo zurückzuziehen! Stattdessen ist der Sender zum altbewährten Modell zurückgekehrt und hat die Fans über den deutschen Teilnehmer beim Grand Prix abstimmen lassen!

Als Siegerin aus dem Vorentscheid hervorgegangen und somit deutsche Vertreterin beim diesjährigen ESC ist nun Jamie-Lee Kriewitz! Mit Hilfe ihrer Fans gewann sie 2015 bereits die fünfte Staffel der Gesangs-Castingshow ›The Voice of Germany‹. Mal sehen, wie viel ihr das im europäischem Vergleich bringen wird: Die Snacks für einen gewohnt langen ESC sind bereits eingekauft! 😉