Neuerdings steht auf meinem Schreibtisch eine kleine schwarze Schachtel. Darin befindet sich eine Sammlung von über 100 Karten. Auf jeder Karte steht eine knappe Anweisung, die demjenigen, der sie zieht, aus einem Dilemma heraushelfen soll.Das klingt erst mal etwas schräg (nomen est omen!), macht aber Spaß und hilft einem dabei, ein aktuelles Problem, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Entwickelt wurde das Prinzip der Oblique Strategies von dem Musiker Brian Eno, (gemeinsam mit Peter Schmidt). Eno wird nachgesagt, das er das Kartensystem bei der Produktion seiner Alben einsetzt.

Brian Eno ist ganz offensichtlich ein Anhänger des Zufalls, ebenso wie Peter Lau, der das Potenzial des Zufalls kürzlich in einem Artikel (Brand Eins 08/05)folgendermaßen beschrieben hat: „Natürlich sorgt der Zufall nicht dafür, dass alles kommt, wie man es sich vorstellt, aber er kann zu Lösungen führen, an die man nie gedacht hätte, denn: Was sinnvoll ist, ist nicht zwangsläufig vernünftig. Außerdem kann er eine Offenheit erzeugen, die es ermöglicht, Dinge vorurteilsfrei zu betrachten – Überraschungen klären den Blick. Aber vor allem kann er uns daran erinnern, wozu wir fähig sind.“

Übrigens, auf der Karte, die ich heute morgen gezogen habe stand: „Look at the order in which you do things“. Also, mache ich mir jetzt erst mal noch einen Kaffee, bevor ich zum Telefonhörer greife (wie geplant) ;-)

„Gib dem Zufall eine Chance“, Meinen Artikel zum Thema lesen