In seinem Buch „Alles Zufall“ versucht Stefan Klein dem Zufall auf die Spur zu kommen. Plausibel argumentierend und anhand von vielen Beispielen führt Klein den Leser durch die Welt des Zufalls und macht ihn mit seinen Gesetzen vertraut. Der Zufall, so wird deutlich, ist eine physikalische Größe in der Natur, die eine schöpferische und eine zerstörerische Kraft entfalten kann.Obwohl mir die Argumente unmittelbar einleuchteten, so erschienen mir Kleins Gedanken beim Lesen im Thailand-Urlaub sehr abstrakt. Bis zum Morgen des 26. Dezember 2004. An diesem Tag offenbarte sich mir die zerstörerische Seite des Zufalls mit voller Wucht – in einem Stelzenhaus am Strand von Khao Lak.

Dass meine Freundin Petra und ich der Flut entkommen sind, haben wir einer Verkettung von glücklichen Umständen zu verdanken oder eben dem Zufall. Diese Tatsache erfüllt uns mit Dankbarkeit und Demut. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei denjenigen, die geliebte Menschen vermissen oder die ihre Existenzgrundlage verloren haben. Und unsere Hoffnung gilt der Zukunft. Wir hoffen darauf, dass der Zufall nicht nur Chaos hinterläßt, sondern auch Chancen für die Betroffenen bereithält.